Das 50-jährige Jubiläum

Am 29. und 30. Mai 1954 beging der Verein sein 50jähriges Jubiläum. Gefeiert wurde in Schillings Scheune. Am damaligen Kommers nahmen u.a. teil: die Kreis-Riege des Kreises Worms, die Jugendriege, genannt Held-Riege, des TV Bürstadt, die Riege des TV Mölsheim sowie des eigenen Vereins. Zwischen Ehrungen und Ansprachen umrahmte die 10-Mann-Kapelle Föhring aus Worms diesen Festabend. Sonntagsfrüh um 6 Uhr erschallte der Weckruf durch den Spielmannszug der Turn- und Sport-gemeinde Pfeddersheim . Nach einem großen Festumzug, der sich trotz eines Dauerregens durch die Dorfstraßen bewegte, hielt der damals ortsansässige Pfarrer Wolf die Festrede. Am folgenden Riegenturnen beteiligten sich TV Mörstadt, TV Gundheim, TuS Heppenheim, TuS Wchenheim, TuS Hohen-Sülzen, TuS Monsheim, TSG Dalsheim und TSV Pfededersheim. Am Abend fand abschließend ein Ball statt.
 

Die 50er Jahre

1955 übernahm Hubert Kutz als Chorleiter die Gesangsabteilung. Rudolf Hofmann fungierte wie schon in den Jahren zuvor als Gesangswart. Lehrer Görler und Johann Schaupp waren Mitte der 50er Jahre Übungsleiter der Turnabteilungen. Auch Ehrenoberturnwart Jakob Jordan hielt noch seine Turnstunden. Die Gedenktafel für die Gefallenen des 2. Weltkrieges wurde 1955 eingeweiht.
1958 folgte die Eintragung der TG ins Vereinsregister.
In guter Erinnerung sind noch die Fastnachtsveranstaltungen und besonders die Damensitzungen der TG, die Mitte der 50er Jahre unter der Leitung von Hans Herfel sen., Anfang der 60er Jahre von Gerhard Scherrer und von Mitte bis Ende der 60er Jahre von Wilfried Höbel standen.
Chorleiter Herbert Kutz hatte man zwischenzeitlich in Anbetracht seiner Verdienste zum Ehrenmitglied ernannt.
 

Die 60er Jahre

Seit Anfang der 60er Jahre war außer Turnwart Schaupp auch Günter Heiser für den Ablauf der Übungsstunden verantwortlich. Die TG veranstaltete alljährlich ihre Weihnachtsfeier mit turnerischen Darbietungen und Gesangseinlagen.
Ein erfolgreiches Jahr war 1963. Die Aktiven nahmen an 3 Turnfesten teil und waren jeweils unter den Ersten zu finden. Mit besonderen Leistungen glänzten Ruth Stein, Jutta und Gitta Heiser sowie Paul Pfleger. Günter Heiser nahm am Deutschen Turnfest in Essen teil. In kleinem Rahmen feierte die TG 1964 im Vereinslokal Gorth ihr 60jähriges Bestehen.
1965 pachtete man von der Gemeindeverwaltung langfristig den Kriegsheimer Sportplatz. Ehrenoberturnwart Jakob Jordan verstarb in diesem Jahr. Nachfolger von Heinrich Martin Herweck wurde Rudolf Hofmann als Vorsitzender. Nachdem längere Zeit nicht mehr geturnt worden war, wurde der Übungsbetrieb mit den Turnwarten Günter Heiser, Reinhold Schremser und Ruth Stein wieder aufgenommen. Paul Pfleger wird ab 1966 als Assistent eingesetzt.
1966 übertrug Chorleiter Kutz sein Amt seiner Nachfolgerin Hildegard Dolhacz. Er selbst wurde Ehrendirigent. 1967 trat die Gesangsabteilung dem Deutschen Sängerbund bei und nahm 1968 erstmals am Kreisliedertag teil. Im gleichen Jahr übernimmt Johann Schaupp die Bubenturnstunde. Die Mädchenturnstunde wurde von Reinhold Schremser und Ruth Stein geleitet.
 

Die 70er Jahre

Am 11.1. 1970 stellte Rudolf Hofmann sein Amt zur Verfügung und Wilfried Höbel wurde zum 1. Vorsitzenden gewählt. Der für kurze Zeit zum Erliegen gekommene Turnbetrieb wurde wieder aufgenommen. Unter den Turnwarten Johann Schaupp und Günter Heiser nahmen die Aktiven alljährlich am Gaukinderturnfest teil.
Im Jahre 1971 stehen sogar 5 Übungsleiter zur Verfügung. Für die Mädchen R.Schremser, G.Heiser und U. Bogert, für die Buben J.Schaupp und W. Moser. Auszug aus einem damaligen Bericht: "Während der Wintermonate wird der Saal, in dem das Training stattfindet, geheizt". Das Sport- und Grillfest der TG auf dem Kriegsheimer Sportplatz ist zwischenzeitlich schon zur Tradition geworden. Unter eigener Regie wurde dort 1972 eine Schutz- und Gerätehütte erstelllt.
1974 wurde die Damengymnastikabteilung unter Leitung von Gisela Heiser gegründet. Sein 70-jähriges Bestehen und das 25-jährige Jubiläum der Gesangsabteilung feierte man am 11. und 12. Mai 1974 wiederum in Schillings Scheune. Aus diesem Anlaß wurden erstmals einheitliche Trainingsanzüge angeschafft. Als Festkapelle war das Fanfarencorps der Nibelungenstadt Worms im Einsatz. Der Festumzug am Sonntag Nachmittag war genauso ein Erfolg wie das anschließende Schauturnen und Freundschaftssingen in der Festhalle. Zehn Gesangvereine und vier Turnvereine sowie zwei Musikzüge wirkten mit.
1975 wurde der TG die seitherige Übungs- und Veranstaltungsstätte, der Saal der Gastwirtschaft Gorth, gekündigt. Ein schwieriges Problem tauchte somit auf. Gemäß Vorstandsbeschluß und der Zustimmung in einer außerordentlichen Gerneralversammlung wurde die alte Scheune der Ev. Kirchengemeinde Kriegsheim, Hauptstraße 160 für 100 Jahre gepachtet und zum neuen TG-Heim umgebaut. Im Juli 1976 zog die TG in ihr neues Heim:






TG-Heim

Die Anfänge
Das erste Vereinslokal der TG war 1904 die Gastwirtschaft Neef, die sportlichen Aktivitäten fanden auf dem damaligen Turnplatz statt. 1923 wechselte man in das Lokal Gorth, die Gastwirtschaft "Zur Krone" mit einem Saal für Veranstaltungen, in dem auch geturnt wurde.
 
Auf dem Weg zu einer vereinseigenen Übungsstätte
Im April 1975 wurde der Vertrag mit der TG von der Familie Gorth zum 1.1.1976 gekündigt. Der bisherige Saal stand danach nur noch für einige Monate dem Übungsbetrieb zur Verfügung. Schon am 5.7.1974 stellte die TG deshalb bei der Ev. Kirchengemeinde den Antrag, die leerstehende Kirchenscheune pachten zu können. Am 20.11.1974 erhielt man die verbindliche Zusage, und die Verhandlungen und Planungen konnten in Angriff genommen werden. In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 21.6.1975 beschloß die TG endgültig, eine Bauvoranfrage einzureichenden und nach deren positiver Beurteilung den Pachtvertrag mit der Ev. Kirchengemeinde abzuschließen, die Bau- und Finanzierungsplanung vorzunehmen und sobald wie möglich mit den Um- und Anbauarbeiten zu beginnen. Am 23.10.1975 wurde eine vorläufige Baugenehmigung erteilt und am 25.10.1975 mit dem Bau begonnen. Es mußten Versicherungen abgeschlossen, die Berufsgenossenschaft informiert, Angebote eingeholt und Bauwerkzeuge herangeschafft werden. Am 20.12.1975 konnte der Mietvertrag mit der Ev. Kirchengemeinde abgeschlossen werden. Dieser läuft bis zum 30.6.2074. Die offizielle Baugenehmigung traf am 8.1.1976 ein.
 
Die Finanzierung
Eine groß angelegte Spendenaktion, deren Erfolg alle Voraussagen weit übertraf, die Zuschüsse der Gemeinde, Kreis und Verbänden trugen im Wesentlichen dazu bei, daß zusammen mit den gesamten Spareinlagen der TG die Materialkosten in Höhe von 34.000 DM gedeckt werden konnten. In der Mitgliederversammlung 1977 wies der Kassenbericht immer noch ein Guthaben von 4.000 DM auf.
 
Der Bau
Samstags und allabendlich trafen sich Mitglieder und freiwillige Helfer. "Zuhause ist bei allen so manche Arbeit liegengeblieben, und wer in den letzten Monaten ein Kriegsheimer TG-Mitlgied nicht zu hause angetroffen, der fand ihn bestimmt am Bau des TG-Heims." So mancher Tropfen Schweiß floß. Aber während dieser Zeit, so wie an kalten Tagen, gab es viele, die Mitleid mit den TG-Bauarbeitern hatten. Etliche Kästen Bier und so manche Flasche Wein wurden stillschweigend und anerkennend abgegeben. Am 13.4.1976 erhielt man den Rohbauabnahmeschein, am 15. Juli 1976 erfolgte dann die Fertigbauabnahme.
 
Fazit
Der 1. Vorsitzende, Wilfried Höbel, stellte in seiner Begrüßungsrede anläßlich der Einweihungsfeier am 24. Juli 1976 mit Erleichterung fest, daß man die gesamte Bauzeit von 9 Monaten ohne einen Unfall am Bau überstanden hatte. Es wurde immer diszipliniert und verantwortungsbewußt Hand angelegt. Vorstand und Mitglieder hatten sich in der außerordentlichen Mitgliederversammlung das Versprechen gegeben, das gesamte Objekt in Eigenhilfe zu erstellen. Man hatte eine leerstehende Scheune, etwas Geld, viel Idealismus, Mitglieder und Gönner, die mit anpackten Eine groß angelegte Spendenaktion, Zuschüsse, verbilligte Materialeinkäufe und ein exakter Finanzierungsplan gehörten genauso dazu, wie der unermüdliche Einsatz der Helfer am Bau, das Verständnis der Nachbarn, das Entgegenkommen der Kirchengemeinde sowie die Bereitwilligkeit derer, die sich freuten, einmal etwas für die TG Kriegsheim tun zu dürfen.
 
 
Eine Tischtennisabteilung und eine Jedermannturngruppe wurden gegründet. Der Verein hatte zu dieser Zeit 60 aktive Turnerinnen und Turner.
1977 wurden die Turnstunden von Frau Heigl (4-7 jährige Mädchen), G.Heiser, A.Nagel, P.Bogert (ältere Mädchen) sowie M.Armbrust (4-7 jährige Buben), A.Scherrer, M.Brauner (12 - 14 jährige Buben) und J.Schaupp (Leistungsturnen Buben) geleitet. Mann schaffte die ersten Gymnastikanzüge für Mädchen an.
Am 23. Und 24. Juni 1979 feierte die TG ihr 75-jähriges Jubiläum. Unter Teilnahme von 11 Turnvereinen, 11 Gesangvereinen, 3 Musikkapellen und vielen Ehrengästen war das gelungene Jubiläumsfest eines sportlich, kulturell, gesellschaftlich und letztendlich auch finanziell eines der größten Erfolge der Vereinsgeschichte, was sich im Nachhinein auf das Vereinsgeschehen der folgenden Jahre positiv auswirken sollte. Eine Jazzgymnastikabteilung wurde im Jubiläumsjahr ins Leben gerufen. Die Tischtennisabteilung beschließt, in der Saison 1979/80 erstmals an den Punktspielen der Kreisklasse des Rheinhessischen Tischtennisverbandes teilzunehmen.